Moin!
Ich bin Ellen alias E.Darg und zeichne (meistens) Aliens. Diese überwiegend zartbeseiteten, zerbrechlichen Wesen stehen für Zustände, Gedanken, Bedürfnisse, Konflikte und Dynamiken, aber auch Entwicklungen. So verarbeite ich entweder meine eigenen Themen oder nehme meine Beobachtungen aus unserer Welt als Ausgangspunkte. Anfänglich hatte ich die Bedeutung der Wesen nicht so klar auf dem Zettel, da vermischte sich noch vieles, wie im ersten Teil meiner Reihe sichtbar ist. Aber je länger ich mich mit diesen Aliens beschäftige, desto klarer wird mir, worum es mir eigentlich geht: um das Gefühl, wie ein Alien zu sein, nicht so richtig reinzupassen, anzuecken, irritiert zu sein und zu irritieren. Ein Gefühl, mit dem ich sicherlich nicht alleine bin. Es geht aber auch darum, neue Perspektiven auf scheinbar Bekanntes zu erlangen, neue Begegnungen mit scheinbar Altem zu haben und Umwege, Abwege, Irrwege und dazugehörige Gedanken zu entdecken, die die scheinbare Normalität verlassen.
Bin ich Künstlerin?
Diese Frage hat sich mir sehr lange überhaupt nicht gestellt, danach bin ich dieser Frage sehr lange aus dem Weg gegangen. Als Kind wollte ich tatsächlich "Alleskünstlerin" werden, der Kunstleistungskurs in der Schule sowie das Fach Kunst im Lehramtsstudium standen außer Frage und gerade während des Studiums habe ich sehr viel Zeit und Energie in Kunst und meine (nicht nur künstlerische) Entwicklung gesteckt. Im Kunststudium habe ich auch großen Support von Dozentinnen und Dozenten sowie meinen Mitstudies erfahren. Trotzdem sollte es noch lange Zeit brauchen, bis ich mich selbst als Künstlerin sehen konnte. Das lag unter anderem daran, dass ich ja "nur" auf Lehramt studiert habe (was in meinem Fall glücklicherweise aber sehr viel ästhetische Praxis beinhaltete) und dass mich außerdem lange Zeit weder der Kunsthandel, noch der Kunstmarkt, noch "Erfolg" oder "Bekanntheit" wirklich interessiert haben. Ich wollte einfach zeichnen, kreativ sein, mein Können verbessern, später auch gesehen werden, aber mich nicht anbiedern oder "gut verkaufen" müssen. Mich als Künstlerin zu sehen, fällt mir mittlerweile zum Glück leichter, nicht zuletzt deswegen, weil ich mittlerweile größere Arbeiten anfertige und mich auch als Kleinunternehmerin als Künstlerin und Musikerin angemeldet habe. Ich bin auf meinem Weg und werde auch den zukünftigen auf die eine oder andere Weise finden.
Die Alien-Reihe
Ich habe meine alienthematischen Arbeiten in vorerst vier Abschnitte einsortiert.
Im ersten befinden sich Zeichnungen, die 2018-2019 entstanden sind. Diese von mir als Anfänge bezeichneten Arbeiten beschreiben den Weg zu meinem Ausdruck, oftmals mein eigenes Struggeln, meinen Weg zu den Aliens mit einigen Umwegen und Sackgassen und die schlussendliche Erkenntnis, dass die Aliens oft Selbstbildnisse oder zumindest innere Zustände und Irritationen sind. Innen und Außen haben genauso wenig zusammengepasst wie Selbst- und Fremdwahrnehmung. Die Zeichnungen sind skizzenhaft, spontan, teils unüberlegt deplaziert, drucksen oft herum, kommen manchmal noch nicht zum Punkt, sind dafür aber sehr ursprünglich und direkt. Farbe hat hier noch so gut wie keinen Raum, alles stammt aus einigen wenigen Skizzenbüchern, die während meiner Bachelor-Zeit ein großer Anker für mich waren, wie ich retroperspektiv sagen muss. Diesen ersten anfänglichen Abschnitt habe ich "Alienated" getauft. Wie sieht es aus, wenn man bemerkt, sich selbst wie ein Alien zu fühlen?
Nicht aufhören
Während des Masterstudiums rummste es. Corona, Isolation und die komplette Umstellung auf Online-Studium hatten ihren Anteil daran, aber auch vorausgegange Überarbeitung durch zu viele Nebenjobs. Es gab eine furchtbar lange und gibt seitdem immer wieder Phasen, in denen alles stockt und mir das Vorankommen, das Weitermachen schwer fällt. Umso wichtiger, nicht aufzuhören.
Was bedeutet es, wenn man nun langsam versteht, wo dieses Gefühl, ein Alien zu sein, herkommt? Mich mit mir auseinanderzusetzen, zu akzeptieren, zu fragen, andere mit einzubeziehen, mich zu öffnen und weiterzugehen, immer wieder weiterzugehen, immer wieder anzufangen, ist gerade jetzt ein großer Bestandteil meines kreativen Schaffens. Viele Fragen, die über die reine Innenschau hinausgehen. Wo der vorherige erste Abschnitt sich sehr mit inneren Konflikten und Schmerzen auseinandersetzt, die eigenen Irritationen und Widersprüche bemerkt, bekommt der zweite Abschnitt einen größeren Raum, fragt nach dem Warum, dem Anteil des Außen. Es ist der Abschnitt, der das eigene Ich in der Welt verortet, sich selbst in Relationen setzt, und den Namen "Alienbeing" trägt. Neben düsteren Themen kommen vermehrt auch schöne Seiten zum Tragen, einiges erinnert auch an den ersten Abschnitt oder knüpft dort an. Manches ist aber auch zerdacht, zu überlegt, manchmal stockt die Spontanität, ein Überbleibsel des Rumms. Gegen das Stocken und Zerdenken halten Chaos und Zufall in die Bilder Einzug. Schwarzweiß wird mit Farbe erweitert, vieles geht vermeintlich schief, aber das Zeichnen selbst bereitet wieder mehr Freude und entspringt nicht mehr einer Art verwirrter Verzweiflung. Wie ist es nun also, als "Alienbeing" auf diesem Planeten zu wandeln und mehr Eindrücke zuzulassen?
Ungewissheit und Neugier
beschreiben meinen aktuellen Zustand wohl am besten. Denn der Schritt, meine Kunst zugänglich zu machen, mich als Künstlerin sichtbar zu machen, diese Seite zu erstellen, eventuell sogar irgendwann erneut auszustellen, fühlt sich noch komplett surreal an. Aber es macht mich zufrieden, es fühlt sich richtig an. Und diese völlig neue Erfahrung lasse ich ebenfalls in meine Kunst einfließen. In dem zukunftsorientierten Abschnitt "Exploralien" befinden sich entsprechend Bilder, die sich eher mit positiven Weltsichten, einem Fluss, dem Sein, Akzeptanz, Freude, Spiritualität, Begegnungen und dem Kreativen ansich beschäftigen - glaube ich. Wird die Zeit zeigen, weiß ich bestimmt in ein paar Jahren genauer.
Wie explorativ kann sich ein Alien entfalten, wenn es sich traut, einfach Alien zu sein? Sind da noch mehr Aliens? Was können wir voneinander lernen? Sind wirklich wir die Aliens?
Ich bin Künstlerin.
Es ist Selbstverwirklichung, es ist Hobby, es ist innerer Antrieb.
Es ist natürlich, es ist mutig, es ist notwendig.
Es ist Energie, es ist Fluss, es ist Chaos.
Meine Herangehensweise
Herausfließenlassen, betrachten, verstehen. Egal, ob es um meine Bilder auf Papier, Leinwand oder meiner Haut geht: das Verstehen setzt meistens erst Jahre später ein oder es kommt immer mehr Verstehen hinzu. Ich lasse Ideen heraus, die Bilder und Motive entstehen in einem Flow, über den ich nicht nachdenke, es ploppt auf, reift manchmal ein wenig und muss dann auch schnell raus. Warum das Bild oder Motiv entstand, verstehe ich viel später - wenn überhaupt. Dann entscheide ich auch, ob aus dem Bild ein weiteres entstehen muss und ob es andere Medien braucht oder ob es so, wie es ist, genau richtig ist. Meistens ist es das. Genaugenommen schließen sich die Optionen ja auch nicht aus. Und wer weiß schon, aus welchen Bildern noch neue entstehen werden. Aus meinen Skizzenbüchern werden jedenfalls ab und zu auch größere Leinwandarbeiten, die es nur einmal als Original gibt.
Übrigens wird selten ein Bild genau so, wie ich es "haben wollte" oder wie ich es mir "vorgestellt hatte", aber es übt das Loslassen und Dranbleiben und es amüsiert mich auch (und regt mich manchmal auf, eh klar). Am Ende bin ich oft selber überrascht, was herauskommt und genau das finde ich schön, denn das Ergebnis ist meistens interessant.
Meine Mittel
Es gab Medien und Techniken, die sich für mich als "richtig" herausgestellt hatten. Im A4-Format war ich zu Hause und ich liebs immernoch. Scharfe, schwarze Marker und bunte, flüssige Tinte oder Watercolor waren meine liebsten Werkzeuge und zu ihnen greife ich immernoch am häufigsten. Dennoch haben auch große Formate und Leinwände ihren Reiz und finden immer öfter einen Weg in mein Atelier. Es darf hin und wieder mehr Chaos in die Bilder und weniger Struktur, aber das ist noch etwas diffus für mich. Es wird mit der Zeit größer und die Motive etwas luftiger, manches braucht auch einfach mehr Fläche. Dennoch werde ich sicherlich immer auch im A4-Format zeichnen und meine liebsten Materialien stets zur Hand haben.
Davon abgesehen hat sich Sprayen ebenfalls als Teil meiner Leidenschaft etabliert, ist aber nicht immer möglich (nur Outdoor möglich, braucht viel Platz und relativ teure Materialien). Es gab während des Studiums auch eine kurze Phase der Collage, die ich vielleicht auch wieder öfter aufleben lassen möchte. Schauen wir mal, wo's hingeht.
Für die Zukunft sind auf Patreon auch eigene Einträge zu Materialien und Materialerfahrungen geplant.
Meine Timeline
2019: Abschluss Bachelor of Arts
Mit den Fächern Kunst und Deutsch auf Lehramt habe ich angefangen.
2024: Abschluss Master of Education
Zu den beiden Masterfächern Deutsch und Kunst kamen noch Bachelor und Master im Fach Musik, ein DaZ-Zertifikat und eine Verzögerung durch Corona dazu. War irgendwie 'ne weirde Zeit, aber das ging vermutlich nicht nur mir so.
2025: Erste Ausstellung
Am 29. Juni durfte ich das erste Mal meine Bilder ausstellen. Für mich ein voller Erfolg! Ich konnte einige Bilder verkaufen, viele freundliche Gespräche führen und viele Learnings mitnehmen für ein hoffentlich nächstes Mal.
Wo möchtest du als nächstes landen?
Alles außer Aliens
Bilder, die außerhalb meines geliebten Alien-Kontextes entstehen, Experimente und Ausflüge zu anderen Medien und Berufstätigkeiten findest du hier:
Preise / Bestellung
Wie mein aktueller Stand zu Verkäufen von Drucken oder Originalen aussieht, findest du hier:
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